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Wet/Dry/Wet-Setup mit HD500/HDPro und DTXX

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Wet/Dry/Wet-Setup mit HD500/HDPro und DTXX

Beitragvon The_Whaler » Sonntag 29. Juli 2012, 10:32

Nachdem ich meinen DT25 schon einige Zeit zufrieden nutze, habe ich in letzter Zeit mich mit einem Wet/Dry/Wet-Setup beschäftigt. Vielleicht interessiert es ja den ein oder anderen ;)

Was ist das überhaupt
Kurz erklärt: Man hat drei Signale. Einmal das "trockene" Gitarrensignal und dann sämtliche Effekte, die normalerweise in den FX-Loop gehören Stereo drumherum.
Dadurch setzt sich das trockene Gitarrensignal besser durch, die Effekte sind für den Zuhörer besser vom eigentlichen Signal zu trennen und man kann das Verhältnis vom Effektsignal zum Orginalsignal global regeln.

Braucht man das?
Jein...
Wer nur mal abundzu etwas Delay im Solo verwendet und etwas Reverb im Clean-Kanal und wer nicht versteht wofür die Filtereffekte des Pods überhaupt gut sein sollen, der braucht das mit Sicherheit nicht... ;)
Wer aber Effekte als direkten Bestandteil seines Gitarrenspiels sieht und auch kein Problem damit hat, wenn eine Gitarren manchmal auch nicht mehr nach Gitarre klingt, der sollte mal drüber nachdenken.

Drei Kanäle für eine Gitarre - der Mischer erschlägt micht doch!
Vielleicht ja - zumindest zunächst...
...bis er dann merkt, dass so ein Setup ihm die Möglichkeit gibt, selbst dann noch einen vernünftigen Gitarrensound zu mischen, wenn der Gitarrist es mal wieder mit Reverb und Delay übertrieben hat, dass der Verstärker klingt als wäre er in einer Kirche.

Trotzdem muss man natürlich gucken in welchem Rahmen man spielt und ob man dann die Möglichkeiten hat, das ganze auch live umzusetzen.

Wie gehts?
Ich hab mir lange Gedanken gemacht, wie sich so ein Setup umsetzten lässt und mir vor allem einige Bedingungen gestellt, die erfüllt werden sollen:

1. kostengünstig
2. leicht
3. möglichst wenige Zusatzgeräte

Mir kamen alle möglichen unfassbar komplizierten Lösungen in den Sinn, bis ich den ganzen Kram für eine Woche beim schönen Wetter in die Ecke stellte. In den letzten beiden Tagen bin ich dann auf eine Idee gekommen, die meine Bedingungen ziemlich gut erfüllt.

Die einfachste Lösung, die ich hier nicht unerwähnt lassen will, ist es sich einfach drei DT25 zu kaufen. Das ist mir aber zu teuer und zu schwer.

Meine zwei Varianten sehen folgendermaßen aus:
Sie benötigen beide ein HD500/HDPro und einen DTXX Amp - es funktioniert aber auch mit anderen Verstärkern relativ ähnlich.
Variante 1
Diese Variante erscheint mir die einfachste, weil sie kein zusätzliches Equipment erfordert. Hier erstmal ein Bild der Verkabelung.
Dateianhang:
Wiring.jpg

und die dazugehörigen Einstellungen am Pod sehen folgendermaßen aus:
Dateianhang:
Patch1.jpg

Dem DT25/DT50 wird jetzt das Signal des Ampmodells zugewiesen:
Dateianhang:
Patch2.jpg


Dadurch funktioniert das jetzt folgendermassen: Das Gitarrensignal duchläuft den ersten Effekt (hier den Verzerrer), dann die Verstärker-Simulation und wird dann zum DT25/DT50 geschickt und laut gemacht. Da der FX-Send im Pod ins Leere geht, ist hier erstmal Schluss.

Über den FX-Return kommt dann das verstärkte Signal vom DT25 mit Boxensimulation zurück und durchläuft dann die weiteren Effekte (Delay...)

Somit gibt der DT25 das Dry-Signal aus und an den Ausgängen des Pods liegen die Wet-Signale an. Der Master-Regler des Pods wird somit zumit globalen Mix-Regler, da er nur auf die beiden Wet-Signale wirkt.
Der Mix-Regler der einzelnen Effekte sollte sich auf 100% befinden.

Vorsicht übrigends: Man kann hier auch eine Rückkopplung programmieren. Deswegen den FX-Loop im Preset erst anschalten, wenn der DT25/DT50 dem Verstärkermodell zugewieden ist.

Vorteile:
kein zusätzliches Euipment
Delays/Reverb werden nicht in der Endstufe des DT25/DT50 verzerrt
Dreht man den Master des DT25/DT50 auf, werden auch die Wet-Signale lauter. Das Verhältnis bleibt in etwa
Nachteile:
Ein Effektblock und der Effektloop fallen weg
Ein Kabel mehr vom DT25/DT50 zum Pod
Man kann keine Effekte hinter die Verstärker-Simulation setzen, die über den DT wiedergegeben werden (einen EQ z.B.)

Wer diese Variante mal testweise ausprobieren möchte, kann das bei niedriger Laustärke mittels halboffener Kopfhörer machen.

Variante 2:

Diese ist schnell erklärt. Man nutzt einfach ein weiteres Effektgerät, wie z.B. ein TC G-Major (für <200€ gebraucht) und schliesst das an den Line-Out des DT25/DT50 an.
Dadurch hat man mehr möglichkeiten beim Effektrouting und kann auch EQs des Pod hinter dem Preamp nutzen.


Bleibt noch die Frage, wie man die Wet-Signal denn verstärkt. Meiner ersten Erfahrung nach braucht man nur sehr wenig Leistung für die Wet-Signal, auch ist es nicht so wichtig ob sie 100%ig neutral wiedergegeben werden.
Ich hab zwei uralte Laney-Gesangsmonitore ausgegraben, die funktionieren gut dafür und sind halbwegs neutral.

Bevor man allerdings mit so einem Setup auf die Bühne geht, sollte man noch zwei Dinge sicherstellen:
1. Monokompabilität! Dazu nimmt man sich am besten einen kleines Mischpult und guckt ob auch im Extremfall, wenn der Mischer aus irgendeinem Grund alles zusammenpannt, es noch so klingt wie man es haben will. Phasenauslöschungen hört man am besten mit Kopfhörern.
2. Man sollte dem Mischer mitteilen, wie viel Wet-Signal man denn haben möchte und auch mal zum FOH gehen und hören. Sonst kann der gute Mann nämlich nur raten, ob euer Introsong tatsächlich wie in einem Steinbruch klingen soll oder ob das Reverb etwas dezenter gemeint war.

Jedenfalls ist so ein W/D/W System eine klasse Beschäftigung beu schlechtem Wetter - und es macht wahnsinnig Spaß :)

Vielleicht hilft es ja dem ein oder andern ;)
The_Whaler
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