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"Baker Street": Musiker Gerry Rafferty gestorben

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"Baker Street": Musiker Gerry Rafferty gestorben

Beitragvon Sammy23 » Mittwoch 5. Januar 2011, 09:03

leider viel zu früh....tolle Stimme, klasse Kompositionen - und ein Hammergitarrensolo von Hugh Burns auf Baker Street

Der schottische Musiker, der mit dem Song "Baker Street" bekannt wurde, ist nach langer Krankheit gestorben.

Der schottische Musiker Gerry Rafferty ist tot. Der Sänger sei nach langer Krankheit verstorben, sagte sein Agent Paul Charles am Dienstag. 1978 feierte Rafferty mit "Baker Street" weltweit Erfolge. In den US-Charts stieg er bis auf Platz Nummer zwei, in Großbritannien kam er unter die Top-Drei.

Seinen Hit "Stuck in the Middle With You" schrieb er bereits 1972, damals noch als Sänger der schottischen Folk-Rock-Band Stealers Wheel. Auf dem Soundtrack zu Quentin Tarantinos Film "Reservoir Dogs" erlebte der Titel eine Renaissance.

In den vergangenen Jahren machte Rafferty allerdings vor allem durch seine persönlichen Probleme Schlagzeilen. So kämpfte er jahrelang mit dem Alkoholismus und litt angeblich bereits unter einem Leberversagen.

(APA)
http://diepresse.com/home/kultur/popco/ ... gestorben-

Sammy23
 

Re: "Baker Street": Musiker Gerry Rafferty gestorben

Beitragvon olerabbit » Mittwoch 5. Januar 2011, 17:02

Sein Leben war eine Achterbahn. Hier ein Artikel aus ard.de.
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Der Aufstieg und Fall des Gerry Rafferty
Von Barbara Wesel, RBB-Hörfunkstudio London

Den Anfang seines berühmtesten Liedes kennt wohl jeder: Gerry Raffertys Song "Baker Street" beginnt mit einem markanten Saxophonsolo, das noch heute von Radiostationen auf der ganzen Welt gespielt wird. Nun starb der Musiker 63-jährig nach langer und schwerer Krankheit.

Dieses Solo ist das Geschenk von Gerry Rafferty an die Saxophonisten der Welt - das Intro zu seinem größten Hit "Baker Street". Dabei wird erzählt, bei der Studioaufnahme 1978 hätte eigentlich ein Gitarrist die Stelle spielen sollen. Der sei aber nicht rechtzeitig aufgetaucht, der Saxophonspieler Raphael Ravenscroft sprang ein - und fertig war der Welterfolg. Der Musiker hätte für seinen Einsatz die stolze Summe von 27 Pfund von Rafferty erhalten, mit einem Scheck der auch noch platzte. Der Komponist und Songschreiber selbst aber hatte danach keine Geldsorgen mehr: Der Welthit "Baker Street" versorgte ihn mit Tantiemen bis an sein Lebensende - rund 100.000 Euro im Jahr.

Nach Welthit ausgesorgt

Rafferty hatte denn auch in den 80er- und 90er-Jahren alles, was zum Status eines Popstars gehörte: Ein feines Haus im Londoner Norden, ein Landgut in Kent, Tourneen weltweit - und ein verblüffendes Revival: Das verschaffte ihm der Regisseur Quentin Tarantino, als er in seinem brutalen Gangsterfilm "Reservoir Dogs" 1992 den anderen weltbekannten Hit von Rafferty einsetzte: "Stuck in the middle with you" war Raffertys erster großer Erfolg gewesen, 1972 mit seiner damaligen Band Stealer's Wheel.

Aber der Songschreiber war in ausbeuterischen Verträgen mit einer amerikanischen Plattenfirma gefangen, er wurde von Managern abgezockt, er hatte einfach kein Glück, und er konnte seinen Ruhm nicht genießen. Der Schotte hasste es, wenn er auf der Straße von Fans erkannt wurde.
Aufgewachsen mit Gewalt und Sucht

Und schließlich holte ihn seine brutale Kindheit ein: Es ist eine sehr britische Geschichte, dieser Aufstieg und Fall des Gerry Rafferty. Ende der 40er-Jahre wurde er in der Nähe von Glasgow als Sohn eines Minenarbeiters geboren, der grenzenlos soff und Frau und Sohn verprügelte. Rafferty erzählte später, seine Mutter sei am Wochenende abends mit ihm an der Hand stundenlang durch die Stadt geirrt, um die Heimkehr des betrunkenen Vaters zu vermeiden.

Erst als der sicher eingeschlafen war, trauten sich die beiden nach Hause. In seinem Song "Mary Skeffington" setzte der Songschreiber später seiner Mutter noch ein musikalisches Denkmal. Aber konnte seiner Herkunft nicht wirklich entkommen - am Ende holte auch ihn der Teufel Alkohol ein. Sein Freund und Manager Paul Charles will ihn so nicht in Erinnerung behalten, sondern als den begabten Musiker, der Rafferty war: "Er hatte diese Fähigkeit, eine erstaunliche Melodie nach der anderen zu erfinden", erinnerte sich Charles.
Hilfe nicht erwünscht

Aber diese Begabung verließ ihn am Ende, er konnte oder wollte nicht mehr arbeiten. Rafferty lehnte selbst Angebote von Paul McCartney oder Eric Clapton zur Zusammenarbeit ab. Und ähnlich wie die britische Fußballlegende George Best kam auch Rafferty am Ende nur noch durch seine Alkoholexzesse in die Schlagzeilen, durch betrunkene Szenen in Restaurants und zerstörte Hotelzimmer.

Da hatte er längst Häuser und Vermögen verloren, und nur "Baker Street" hielt ihn über Wasser: Seinen Whiskey und die Ärzte, die ihn in den letzten Jahren am Leben hielten, konnte er schließlich nur noch von den Einnahmen aus seinem größten Hit bezahlen.
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